10 Kaffee-Mythen – Was stimmt und was nicht?

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“Trink nicht so viel Kaffee, so entziehst du deinem Körper unnötig Wasser”. Diesen Satz haben wir alle wahrscheinlich mehr als einmal von unseren Großeltern gehört. Aber stimmt das überhaupt? Oder ist das nur ein hartnäckiges Gerücht, was sich um das schwarze Gold rankt? Und was ist mit all den anderen Mythen rund um den Kaffee? Die Auflösung findet ihr genau hier – die 10 größten Gerüchte rund um den Kaffee und deren Wahrheitsgehalt.

Kaffee schadet dem Magen

Kaffee - Filterkaffee mit MilchVom Grunde her ist Kaffee gar nicht schädlich für den Magen und die Schleimhäute. Wird er aber unter sehr hohen Temperaturen geröstet, dann entwickeln sich sehr viele Bitterstoffe. Und diese greifen wiederum unseren Magen an. Vor allem bei industriellen Produktionen ist das der Fall. Die Kaffeebohnen werden bei ca. 2 Minuten unter höchsten Temperaturen geröstet. Wer seinen Magen schonen möchte, greift entweder auf schonende Röstungen zurück oder gibt dem Kaffee etwas Milch hinzu.

Kaffee ist schlecht für den Blutdruck

Wer zu viel Kaffee trinkt, schadet angeblich seinem Organismus und leidet unter erhöhtem Blutdruck. Das ist nur zum Teil richtig. Die Wirkung von Koffein auf den menschlichen Körper ist in jedem Fall aktivierend. Gerade an müden Tagen wirkt eine frische Tasse Kaffee belebend und bringt uns in Schwung. Diese kurzfristige Wirkung ist für gesunde Menschen aber nicht schädlich oder sorgt gar für dauerhaften Bluthochdruck. Wer täglich Kaffee im angemessenen Maß konsumiert, senkt sogar das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls. Wer allerdings an Bluthochdruck oder Herzproblemen leidet, sollte seiner Gesundheit zuliebe auf koffeinfreien Kaffee setzen. Bei einer Vorerkrankung des Herz-Kreislauf-Systems ist die aktivierende Wirkung von Koffein schädlich und unterstützt die Symptome der Erkrankung.

Kaffee entzieht Wasser

Früher bestellte man sich zu einer Tasse Kaffee immer ein Glas Wasser dazu. Dadurch sollte der durch das Koffein verursachte Wasserverlust ausgeglichen werden. Und bis heute hält sich dieses hartnäckige Gerücht in den Köpfen der Menschen. Aber es stimmt nicht! Kaffee wirkt wie Tee oder Wasser harntreibend – je mehr man trinkt, umso mehr wird die Harnausscheidung angeregt. Und zudem besteht Kaffee zu einem Großteil von Wasser – also fügen wir dieses beim Kaffeekonsum unserem Körper zu. Aber natürlich schadet ein Glas Wasser zu einer Tasse Kaffee nicht – im Gegenteil. Flüssigkeit ist sehr wichtig – und der angemessene Konsum von Kaffee beeinflusst dies nicht negativ.

Kaffeebohnen geröstet

Kaffee = Schlafprobleme?

Ja und Nein. Koffein regt unseren Kreislauf an, dass wissen wir. Durch den Konsum wird unser Gehirn aktiviert und die Blutgefäße erweitern sich. Sind wir müde oder unkonzentriert, kann uns eine Tasse Kaffee helfen, fit zu werden oder uns endlich auf die Arbeit konzentrieren zu können. Das Koffein geht uns sozusagen in den Kopf, die Synapsen reagieren positiv, die Herzfrequenz sinkt. Aber was passiert, wenn wir abends Kaffee trinken? Liegen wir dann hellwach im Bett und können nicht einschlafen? Auch hier lautet die Antwort Ja und Nein. Die auflebende Wirkung von Koffein ist bei normalen Konsum nur von kurzer Dauer. Wer allerdings so gut wie nie Kaffee trinkt, reagiert empfindlicher auf das Koffein und ist deutlich hippeliger. Dann kann es durchaus sein, dass ein Kaffee zu späterer Stunde zu Schlafproblemen führt.

Regelmäßiger Kaffeekonsum führt in die Abhängigkeit

Uns führt eher die Gewohnheit in eine Art Sucht, als das Koffein an sich. Der Koffeinanteil im Kaffee ist für eine physische Sucht zu niedrig. Wer allerdings täglich Kaffee trinkt, gewöhnt sich einerseits daran, ihn zu haben – ohne die tägliche Kaffee geht irgendwann nichts mehr. Andererseits werden unsere Synapsen durch das Koffein angeregt. Wer viel Kaffee trinkt, und auf einmal damit aufhört, kann durchaus Kopfschmerzen aufgrund des fehlenden Koffeins bekommen. Das ist eine sehr, sehr leichte Form von Entzugserscheinungen und keinesfalls schlimm oder schädlich für unseren Organismus.

Espresso ist stärker als Filterkaffee

espresso in tasse mit kaffeebohnenEin ganz klares Nein, im Gegenteil. Espresso wird mit einem Bruchteil an Wasser zubereitet, wie es bei einer Tasse Kaffee der Fall ist. Und durch den reduzierten Wasseranteil schmeckt ein Espresso wesentlich stärker und es werden mehr Bitterstoffe freigesetzt. Der Brühvorgang beim Espresso ist auch kürzer und dadurch wird sogar weniger Koffein als beim Filterkaffee freigesetzt.

Kalter Kaffee macht schön

Dieses Gerücht hat seine Wurzeln in den längst vergangenen Zeiten des Barocks. Damals wurde Kaffee ausschließlich kalt getrunken. Der Grund: der Dampf einer heißen Tasse Kaffee hätte die Schminke zum Verlaufen gebracht. Aber kalter Kaffee strafft weder unsere Haut, noch macht er unsere Haut besser. Koffein kann lediglich unterstützend bei der Fettverbrennung sein, da dass Koffein den Stoffwechsel anregt und eine Tasse vor dem Sport uns besser schwitzen lässt. Ein weiteres Plus: schwarzer Kaffee hat null Kalorien und kann auch während einer Diät bedenkenlos getrunken werden.

Schwangere dürfen keinen Kaffee trinken

Hier ist wieder das Maß die Regel. Schwangere müssen nicht komplett auf Koffein verzichten, sollten aber unbedingt auf die Menge achten. Als Faustregel gilt es, nicht mehr als 200 mg Koffein am Tag zu sich zu nehmen. Das entspricht circa 2 Tassen Kaffee, die nicht allzu stark gebrüht wurden. Mehr sollten Schwangere aber nicht zu sich nehmen. Und das gilt auch nur für gut verlaufende Schwangerschaften, in denen sich die Babys ordentlich und prächtig im Mutterleib entwickeln. Da dies immer allgemeingültige Aussagen sind, sollte sich jede Schwangere mit mit ihrem Frauenarzt darüber unterhalten. Wer mehr als 2 normale Tassen Filterkaffee trinkt, erhöht das Risiko einer Fehlgeburt. Ebenso kann die körperliche Entwicklung eines Babys durch zu viel Kaffeekonsum beeinträchtigt werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, gibt es auch zahlreiche koffeinfreie Produkte, die geschmacklich den koffeinhaltigen Produkten in nichts nachstehen.

Kaffee führt zu besseren sportlichen Leistungen

Bis 2004 stande Koffein noch auf der Dopingliste der Welt-Doping-Agentur. Denn viele Athleten und Leistungssportler machen sich die aufputschende Wirkung des Koffeins nützlich, um bessere sportliche Ergebnisse zu erzielen. Durch die Zuführung von Koffein werden die Kraftreserven positiver eingeschätzt und die mentale Stärke beim Wettkampf steigt an. Des weiteren werden Blutgefäße und Bronchien erweitert. So kann ein Leistungssportler auf ein größeres Atemvolumen zurückgreifen. Wissenschaftler sehen die Vorteile von Koffein allerdings nur bei Ausdauersportarten und nicht bei kurzzeitigen Sportarten wie Sprint oder Kraftsportarten wie Boxen. Grund dafür ist wahrscheinlich der unterschiedliche Energiebedarf und die damit einhergende Transformation von Koffein in Energie. Ausdauersportler profitieren vom erweiterten Lungen- bzw. Atemvolumen, was einem Boxer aufgrund einer ganz anderen Atemtechnik kaum von Nutzen ist.

Kaffee hilft beim Auskatern

Also wenn es um den Abbau von Alokohl geht, bewirkt Kaffee bwz. Koffein genau so viel wie Wasser oder Tee, nämlich nichts. Wer am Abend zuvor etwas zu tief in das Glas geschaut hat und denkt, dass 2 -3 starke Tassen Kaffee das wieder richten, liegt falsch. Das einzige, was der Kaffee schafft: wir fühlen uns etwas fitter und der Kreislauf wird in Schwung gebracht.

   Kaffeeblog   November 16, 2014  1 Comment

One Comment so far:

  1. Hallo,

    kalter Kaffee macht schön wie herrlich, schade dass es nicht zu hundert Prozent zutrifft.
    Die anderen Mythen sind aber super.

    VG
    Norbert

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