Kaffeeanbau

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Beim Kaffee ist es fast so wie bei einem guten Wein. Nicht jedes Anbaugebiet bzw. Region ist geeignet, um die bestmögliche Qualität zu erzeugen. Faktoren wie die Zusammensetzung des Bodens, die Niederschlagsmenge und auch die Dauer der Sonnenstunden sind entscheidend für die Qualität der Kaffeebohnen.

Kaffeeanbau – Die besten Anbaugebiete der Welt

Kaffeepflanzen brauchen das ganze Jahr über ein ausgeglichenes Klima sowie eine stetige Temperatur. Wird es zu heiß oder kalt, vertrocknet die Kaffeepflanze und geht ein. Außerdem sind ein gleichbleibender Niederschlag und keine dauerhafte Sonneinstrahlung Bedingungen für gut wachsende Kaffeepflanzen. Neben den Wetterbedingungen ist auch die Beschaffenheit des Bodens wichtig. Ist dieser zu trocken oder zu sauer, schadet der Boden den Kaffeepflanzen. Idealerweise bietet der Boden einen durchschnittlichen pH-Wert von 5 sowie ausreichend Nährstoffe. All diese Bedingungen finden sich vor allem in Ländern rund um den Äquator und Südamerika wieder.

Kaffeeanbau – Länder im Überblick

Kaffeeanbau-Länder

Kaffeeanbau – Länderüberlick © Wikipedia – Kaffeeanbau

Brasilien: Circa 35 % des weltweit angebauten Kaffees stammen aus Brasilien. Die Qualität der Kaffeebohnen entspricht eher der mittleren Stufe, daher wird brasilianischer Kaffee gern mit anderen Sorten gemischt. Gepflanzt werden vor allem die Arabica-Sorten Santos und Bourbon Santos. Die Kaffeebohnen besitzen wenig Säure und schmecken eher süßlich.

Mexiko: Beim ersten Gedanken an Mexiko denkt man nicht unmittelbar an Kaffeeanbau. Aber Kaffeepflanzen fühlen sich im mittelamerikanischen Klima sehr wohl. Die häufigste angebaute Sorte Maragogype gehört zu den größten Kaffeebohnen und zeichnet sich durch einen herben, intensiven und temperamentvollen Geschmack aus.

Ecuador: Aus dem Hochland der Anden stammen hochqualitative Arabica- und Robusta-Bohnen. Der Geschmack ist leicht bitter und daher wird dieser Kaffee vor allem für den europäischen Markt mit anderen Kaffeesorten vermischt.

Guatemala: Kaffee aus Guatemala gehört zum Premiumkaffee. Eine einzelne Kaffeepflanze an den Hängen des Vulkans Atitlan wird bis zu 3m hoch. Die Kaffeebohnen aus diesem Anbaugebiet schmecken vor allem vollmundig und leicht rauchig bzw. würzig. Nur bei falscher Zubereitung schmeckt dieser Kaffee zu bitter.

Costa Rica: Kaffee aus Costa Rica ist laut Experten eine Wohltat für Gaumen und Nase. In Höhenlagen von 1500m reifen die Kaffeebohnen länger, da es in den Bergen durchschnittlich kälter ist. Umso mehr Zeit haben die Kaffeepflanzen, ihr einzigartiges Aroma zu entwickeln. Die Bohnen schmecken schmild, wenig säuerlich und absolut vollmundig. Wer sich also Qualitätskaffee gönnen möchte, sollte Sorten wie Santa Rosa, Montebellow oder Vinas probieren. Am besten werden die Kaffeebohnen frisch gemahlen und aufgebrüht.

Kolumbien: Das Land ist für den weltweiten Kaffeeanbau bedeutend, denn die kolumbianische Kaffeepflanze liefern äußerst qualitativen Kaffee, auch bekannt unter dem Begriff Andenkaffee. Die Bohnen stechen besonders durch ihr süßes, nussiges und leicht saures Aroma hervor.

Jamaika: Der Kaffee des karibischen Inselstaates ist der teuerste der Welt. Die Anbaugebiete auf der Insel liegen in dicht bewaldeten Gebirgen, wo die Kaffeebäume langsam wachsen, sodass sich das Aroma sehr lange und intensiv entwickeln kann. Wer sich diesen Kaffee schmecken lassen möchte, muss allerdings circa 70 Euro für ein halbes Kilo zahlen, denn die Insel liefert nur wenig Ertrag.

Kenia: Wir Deutschen und auch unsere dänischen Nachbarn mögen den kenianischen Kaffee. Er schmeckt ausgewogen und ist dennoch kräftig und fruchtig. Der Grund sind die Höhenlagen, da die Kaffeeplanzen in Höhen von bis zu 2.000 Metern wachsen und der Boden wertvolle Nährstoffe liefert.

Burundi: Das kleine afrikanische Land ist wohl weniger bekannt, dennoch gehört es zu einem wichtigen Lieferant für gemischten Kaffee, denn wir auch gerne in Deutschland als Filterkaffee genießen. Die Kaffeebohnen sind vollmundig, aber nicht zu herb – aus diesem Grund kommt dieser Kaffee sehr gut in Mitteleuropa an.

Äthiopien: Für das Land ist der Kaffeehandel ein überlebenswichtiges Handelsgut. Vor allem die Harrar-Longberry-Bohnen sind beliebt, so gehört Dallmayr zu den größten Abnehmern. Die Kaffeebohnen aus dem Ursprungsland des Kaffees sind hochwertig, weich und ausgewogen kräftig.

Jemen: Die Bezeichnung “Mokka” ist auf die Stadt Mocha zurückzuführen. Denn im 15. Jahrhundert wurde der Kaffee von der arabischen Stadt über die Landesgrenzen hinaus bis hin nach Europa gehandelt. Doch dort konnte keiner Kaffee auf arabisch aussprechen und wurde kurzerhand nach seinem Herkunftsort als “Mokka” bezeichnet. Der Kaffee ist sehr stark und nichts für schwache Herzen.

Hawaii: Kaffeepflanzen lieben das Klima und den Boden der Insel. An Vulkanhängen reifen die Kaffeebohnen langsam und geschmeidig und schmecken lieblich, leicht kräftig und fruchtig. Der berühmteste Kaffee der Insel trägt den Namen Kona-Kaffee, ist aber aufgrund der sehr kleinen Anbaufläche nur gering am weltweiten Kaffeehandel beteiligt.

Vietnam: Es überrascht viele, aber Vietnam zählt zu den größten Kaffeelieferanten der Welt. Da die Böden eher trocken sind und etwas weniger Nährstoffe bieten, werden vor allem Robusta-Pflanzen angebaut, da sie weniger anspruchsvoll sind. Vietnamesischer Kaffee wird zu 90% mit anderen Sorten gemischt und dient vor allem herberen Mischungen für Espresso oder stärkerem Crema-Kaffee.

Im Überblick: Das braucht guter Kaffee beim Anbau

Für einen erfolgreichen Kaffeeanbau müssen bestimmte Faktoren wie das Klima oder die Beschaffenheit des Bodens stimmen. Welche genau das sind, zeigt euch die folgende Übersicht:

  • Die Lage: “Kaffee wächst nicht im Tal, sondern auf dem Berg.” Die ideale Höhenlage beträgt circa 1.300 – 1.800 Meter.
  • Die Temperaturen: Kaffee wächst am besten bei durchschnittlichen Temperaturen von ca. 20 Grad Celsius.
  • Der Niederschlag: Auf ein Jahr verteilt braucht eine Kaffeepflanze circa 1.800 – 2.700 mm Niederschlag, um bestmöglich zu wachsen.
  • Die Luftfeuchtigkeit: Zu trockene Luft ist schädlich für den Kaffeeanbau, deshalb sollte stets ein leich tropisches Klima herschen.
  • Die Sonne: Kaffee braucht täglich circa 4 Sonnenstunden, damit die Pflanze wachsen und das Aroma sich entwickeln kann