Kaffeebohnen

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Obwohl sie Bohne heißt, ist die Kaffeebohne eigentlich gar keine an sich, sie ist der Samen der Kaffeepflanze. Da sie aber die typische Form haben, hat sich das Wort “Kaffeebohne” über Jahrhunderte etabliert. Und frisch gemahlener Kaffeesamen klingt ja auch irgendwie merkwürdig.

Bis die Kaffeebohnen erntereif sind, vergehen ein paar Wochen. Circa zwei Monate, nachdem die Kaffeefrucht reif ist, fängt der Samen an zu keimen. Kurz darauf stoppt der Keimprozess und die Blätter fangen langsam an zu wachsen. Sind die ersten Blätter sichtbar und ausgewachsen, werden die Kaffeepflanzen umgesetzt und mit weiteren Kulturen versorgt. Auf die Kaffeeplantage dürfen die Pflanzen erst mit acht Monaten und können unter optimalen Bedingungen für den Kaffeeanbau bis zu 20 Jahre Kaffeebohnen liefern.

Die Sorten der Kaffeebohnen

Denkt man an Kaffeebohnen bzw. Kaffeesorten, fallen einem sofort Arabica und Robusta ein. Sie sind auf dem weltweiten Kaffeemarkt die wichtigsten Bohnen und machen circa 90% des Handels aus. Die Bohnen brauchen gute Wachstumsbedingungen und treffen geschmacklich die Vorlieben der meisten Menschen, sodass sie weltweit Anklang bei Kaffeeliebhabern finden. Tatsächlich gibt es über 40 verschiedene Sorten an Kaffeebohnen. Viele davon sind allerdings so selten bzw. gering im Anbau, dass sie für den globalen Kaffeemarkt von keiner Bedeutung sind, sondern nur in den Regionen des jeweiligen Anbaugebiets konsumiert werden. Die wichtigsten bzw. bekanntesten Kaffeebohnen für euch im Überblick:

Arabica Robusta Liberica Excelsa Stenophylla Maragogype
Anteil am Weltmarkt ca. 60 % ca. 35 % > 1 % ca. 1 % > 1 % > 1 %
Anbaugebiete weltweit vertreten Westafrika
Asien
Westafrika
Asien
Tschad Guinea
Elfenbeinküste
Ghana
Brasilien
Mexiko
Aroma & Geschmack vollmundig
milder Geschmack
intensiver Kaffeeduft
etwas bitter (wird daher oft mit anderen Sorten gemischt) herb und intensiv würzig sehr stark
charakteristischer Eigengeschmack
sehr mild
säurearm
mild und leicht säuerlich
Bedeutende Exportländer Brasilien
Kolumbien
Mexiko
Guatemala
Indien
Vietnam
Elfenbeinküste
Indonesien
Uganda
Besonderheiten geringer Koffeingehalt
verträgt keine Wetterschwankungen
sehr resistent gegenüber Krankheiten und Schädlingen sehr resistent
dient fast vollständig dem Eigenverbrauch
wächst selbst auf sehr trockenem Boden
Delikatess-Kaffee
sehr geringer Koffeingehalt größte Kaffeebohne
sehr magenfreundlich und schonend

Die Röstung der Kaffeebohnen

Nach der Ernte haben die Kaffeebohnen eine weiße bis leicht hell-bräunliche Farbe und sind in diesem Zustand nicht genießbar. Je nach Kaffeebohne und gewünschter Intensität gibt es verschiedene Röstverfahren und Röstzeiten. Dabei gilt die Faustregel: Je länger die Röstung, desto stärker die Bohne. So werden Bohnen für einen Espresso zum Beispiel sehr dunkel geröstet. Das ist wichtig, damit die Bohnen auch im gemahlenen Zustand schmecken. Denn durch die die dunkle Röstung wird Säure beim Zubereiten schneller gelöst. Espresso wird im Vergleich zu Filterkaffee unter höherem Druck zubereitet. Nimmt man zu hell geröstete Bohnen, schmeckt der Espresso sauer, da sich die Säure langsamer löst.

Kaffeebohnen und die verschiedenen Röstgrade frischer Kaffeebohnen

Entscheidend ist aber die Bohne. Nicht jede Sorte verträgt jede Röstung. Schwache bzw. milde Sorten eignen sich nicht für eine sehr dunkle Röstung. Dadurch würde viel Volumen und Aroma verfliegen und der Kaffee nicht schmecken. Arabica-Bohnen werden im Gegensatz zu Robusta-Sorten immer heller geröstet. Durch die helle Röstung bekommen die Bohnen ein mildes und weiches Aroma. Um das Aroma zu halten, müssen die Kaffeebohnen nach dem Rösten sofort gekühlt werden. Andernfalls verlieren sie zu viel von ihrem Geschmack und sind nicht mehr zu verwerten. Bevor die Bohnen aber zum Verkauf bereit stehen, vergehen je nach Bohnenart noch mehrere Wochen. Denn durch das Röstverfahren entstehen Gase, die wieder entweichen müssen. Werden die Bohnen nach dem Rösten sofort gemahlen, spart man sich diese Zeit. Allerdings verlieren die Bohnen so etwas an Aromen. Jeder kennt das: ein Kaffee aus frisch gemahlenen Bohnen schmeckt immer intensiver als fertig gekauftes Kaffeepulver. Sinnvoll sind luftdichte Aromaverpackungen, damit das Pulver auch nach Lagerung und Export wohlschmeckend bleibt. Zudem ist Pulver meist günstiger als frische Kaffeebohnen.

Drei kleine Tipps für den Kauf

  1. Der Preis bestimmt die Qualität: Kaffee ist ein Luxusgut! Vielen ist das nicht bewusst, aber sehr hochwertiger Kaffee hat seinen Preis. Kaffeepulver aus Discount-Märkten ist ein Zusammenwurf verschiedenster Bohnen geringerer Qualität. Deswegen schmeckt der Kaffee nicht unmittelbar schlecht, zählt aber keinesfalls unter die Kategorie Edel-Kaffee oder ähnliches.
  2. Kleine Offline-Händler: Klar, in Zeiten des Internets sind wir es gewohnt, 2-3 mal zu klicken und dann auf den Postmann zu warten. Doch macht euch einfach mal erkundig, ob es in eurer Stadt kleine afrikanische oder südamerikanische Läden gibt. Diese kleinen Lädchen (vorzugsweise von Einheimischen geführt) bieten oft Kaffee aus ihren Heimatländern an. Und Sie können euch in den meisten Fällen auch noch ein wenig darüber erzählen und bieten kleine Kostproben an. Wer nicht die Möglichkeit hat, kann natürlich das Netz nutzen und sollte auf Vertrauenswürdigkeit und Erfahrung des Shops achten.
  3. Keine Kompromisse: Das Kaffeepäckchen sollte immer aus 100% Röstkaffee bestehen. Schaut beim Kauf unbedingt auf die ausgewiesenen Inhaltsstoffe. Viele Billig-Mischungen sind Verschnitte und gestreckt, und darunter leidet der Geschmack. Der Lieblingskaffee ist im Angebot? Dann sofort mehr kaufen, denn dunkel und trocken gelagert halten sich die Päckchen eine ganze Weile und es lassen sich bis zu einem Euro pro Pfund sparen.

SCHON GEWUSST? Kaffee lässt sich einfrieren! Damit er aber kein Aroma verliert, muss das Päckchen luftdicht verschlossen sein. Für eine kürzere Dauer der Lagerung kann man den gemahlenen Kaffee auch im Kühlschrank lagern.